{"id":2888,"date":"2023-01-24T14:40:14","date_gmt":"2023-01-24T14:40:14","guid":{"rendered":"https:\/\/zukunft-der-demokratie.berlin\/?p=2888"},"modified":"2023-01-27T16:36:05","modified_gmt":"2023-01-27T16:36:05","slug":"prothesen-und-wohnungen-fuer-alle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zukunft-der-demokratie.berlin\/zeitreisen\/prothesen-und-wohnungen-fuer-alle\/","title":{"rendered":"Prothesen und Wohnungen f\u00fcr alle!"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Ein Zeitreise-Bericht der 12. Klasse des OSZ Lotis vom 5. bis 6.12.2022<\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure><a class=\"alignright is-resized fancybox\" href=\"http:\/\/zukunft-der-demokratie.berlin\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/OSZ-Lotis-3-OR-Gross.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/zukunft-der-demokratie.berlin\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/OSZ-Lotis-3-OR-Gross.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-139\" width=\"228\" height=\"161\"><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Europa im Jahre 2045<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Krieg in der Ukraine und die daraus folgenden Herausforderungen f\u00fcr Europa haben zu einem Umdenken gef\u00fchrt. Die schwierigen Situationen in der Welt und vor der eigenen Haust\u00fcr haben die EU dazu gebracht, noch enger zusammenzur\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<p>2030 entschloss man sich dazu, ein Land zu werden: Die Europ\u00e4ische Union entwickelt sich aus einem Staatenverbund zu einem Unionsstaat!<\/p>\n\n\n\n<p>Viel Geld und Ressourcen wurden in die Digitalisierung investiert. Heute ist die EU f\u00fchrend, was Technologie angeht. Die Bev\u00f6lkerung ist stolz darauf und sieht sich als ein europ\u00e4isches Volk.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gab jedoch anfangs immer noch eine gewisse Ungleichheit zwischen den Menschen, weshalb 2035 riesige Sozialprogramme gestartet wurden. Es gibt nun mehr bezahlbare Wohnungen, da der Staat diese stark subventioniert. Auch die Gesundheitsversorgung ist fl\u00e4chendeckend gut und vor allem f\u00fcr alle kostenlos.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt sind die Menschen sehr zufrieden in dieser Zukunft!<\/p>\n\n\n\n<hr><hr>\n\n\n\n<p><strong>1. Akt: <\/strong>Beim Zahnarzt<\/p>\n\n\n\n<div class=\"alignright is-resized\" style=\"border: 1px solid\"><strong>&nbsp;Handelnde Personen:&nbsp;&nbsp;<\/strong>\n<p><\/p><ul>\n<li>Sprechstundenhilfe&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Maik \u2013 alter Mann&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Zahnarzt&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n\n\n\n<p><em>Ein \u00e4lterer Mann geht geb\u00fcckt und auf einen Stock gest\u00fctzt in eine Arztpraxis. Er h\u00e4lt sich mit einer Hand den Kiefer.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Sprechstundenhilfe: Guten Tag, m\u00f6chten Sie einen Termin ausmachen?<\/p>\n\n\n\n<p>Maik (<em>klingt, als h\u00e4tte er eine Kartoffel im Mund<\/em>): Ja, hallo. Ich habe solche Schmerzen. Mein Zaaahn. Schon Monate qu\u00e4le ich mich damit rum. Ich wollte aber nicht vorbeikommen, weil das doch so viel kostet mit den neuen Z\u00e4hnen! Und dann dauert das so lange, einen Termin zu bekommen!<\/p>\n\n\n\n<p>Sprechstundenhilfe (<em>beruhigend<\/em>): Nein, machen Sie sich keine Sorgen. Sie k\u00f6nnen gleich zum Arzt rein gehen. Er ist gerade frei.<\/p>\n\n\n\n<p>Maik (<em>\u00fcberrascht<\/em>): Wirklich!? Unglaublich! (<em>misstrauisch<\/em>) Aber wie teuer wird denn das?<\/p>\n\n\n\n<p>Sprechstundenhilfe: Das ist kostenlos, weil Sie B\u00fcrger der EU sind. Der Doktor wird sie weiter informieren, wenn Sie w\u00fcnschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Maik: Vielen, vielen Dank!<\/p>\n\n\n\n<p><em>Maik geht ins Behandlungszimmer und setzt sich auf den Zahnarztstuhl. Der Arzt tritt ein und Maik begr\u00fc\u00dft ihn.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Maik: Guten Tag!<\/p>\n\n\n\n<p>Zahnarzt: Guten Tag, was kann ich f\u00fcr sie tun?<\/p>\n\n\n\n<p>Maik (<em>jammernd<\/em>): Mein Zahn tut so weh. Also, eigentlich alle Z\u00e4hne, ich bin ja nicht mehr der J\u00fcngste. Ich habe so lange ausgehalten, weil ich dachte, das dauert so lange und wird so teuer. Aber Ihre Kollegin meinte, das kostet gar nichts?!<\/p>\n\n\n\n<p>Zahnarzt (<em>erkl\u00e4rt freundlich<\/em>): Das ist richtig. Die Krankenversicherungen wurden alle verstaatlicht. Alles wurde vereinfacht und notwendige Behandlungen f\u00fcr alle kostenlos gemacht. Termine sollte es auch eher geben als fr\u00fcher, die Digitalisierung hat da einiges gebracht.<\/p>\n\n\n\n<p>Maik: Wirklich? Wenn ich das gewusst h\u00e4tte, w\u00e4re ich fr\u00fcher gekommen. K\u00f6nnen Sie mir denn die Kauleiste erneuern?<\/p>\n\n\n\n<p>Zahnarzt: Ja, nat\u00fcrlich. (<em>blickt in den Mund des Patienten und h\u00e4lt ein Ger\u00e4t an den Zahn<\/em>) Ich hole mal schnell die Krone.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Der Zahnarzt macht eine Schublade auf, holt eine Krone hervor und setzt sie ein.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Zahnarzt (<em>zufrieden<\/em>): Alles gut. Das war es schon. Wie f\u00fchlen Sie sich?<\/p>\n\n\n\n<p>Maik (<em>spricht jetzt deutlich<\/em>): Super, danke. Da haben Sie mir echt geholfen. Jetzt kann ich auch endlich mal wieder einen Apfel essen. Es ist ja auch nicht alles schlecht in der Zukunft. Wenn man so leicht kostenlos medizinische Versorgung bekommt, dann werde ich auch noch ein bisschen l\u00e4nger arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Auf seinen Stock gest\u00fctzt, aber dennoch beschwingt, <em>geht<\/em> Maik aus der Praxis. Erst mal einen Apfel kaufen!<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr>\n\n\n\n<p><strong>2. Akt: <strong>Im Hausflur<\/strong><\/strong> <\/p>\n\n\n\n<div class=\"alignright is-resized\" style=\"border: 1px solid\"><strong>&nbsp;Handelnde Personen:&nbsp;&nbsp;<\/strong><p>\n<\/p><ul>\n<li>Herr Herbert \u2013&nbsp;neuer Mieter&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Frau Neulich \u2013&nbsp;Nachbarin&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n\n\n\n<p><em>Herr Herbert geht im Hausflur auf und ab. Er blickt verwirrt abwechselnd auf sein Handy und auf eine Wohnungst\u00fcr. Er versucht mehrere Male erfolglos, die T\u00fcr zu \u00f6ffnen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Frau Neulich (<em>l\u00e4uft mit einer Einkaufstasche an Herrn Herbert vorbei und sieht, dass er Hilfe ben\u00f6tigt<\/em>): Guten Tag, kann ich Ihnen helfen?<\/p>\n\n\n\n<p>Herr Herbert: Entschuldigen Sie, ich bin ein neuer Nachbar. Ich w\u00fcrde gerne diese Wohnung hier anmieten. (<em>deutet auf die Wohnungst\u00fcr<\/em>) Aber irgendwie komme ich mit dem Mietsystem nicht klar. (<em>zeigt auf sein Handy<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Neulich (<em>wirft einen Blick auf das Handy<\/em>): Ach, das ist das veraltete Modell. Sie m\u00fcssen diese App hier herunterladen. (<em>zeigt etwas auf ihrem Handy<\/em>) Dann k\u00f6nnen Sie den Mietvertrag online abschlie\u00dfen. Das geht ganz einfach.<\/p>\n\n\n\n<p>Herr Herbert: Aaaach, so geht das. Tut mir leid. Ich blicke da nicht ganz durch, ist ja alles so neu. (<em>durchsucht kurz sein Telefon<\/em>) Mit dieser App?<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Neulich (<em>hilfreich, aber auch etwas genervt<\/em>): Ja, das wurde alles neu eingestellt. Sie m\u00fcssen das Telefon nun nur noch an die T\u00fcr halten und dann k\u00f6nnen Sie in die neue Wohnung einchecken.<\/p>\n\n\n\n<p>Herr Herbert: Okay, danke sch\u00f6n! Also das geht ja einfach mit den neuen Mietvertr\u00e4gen.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Neulich: Na klar, kein Vergleich zu fr\u00fcher. Sch\u00f6nen Tag noch! (<em>geht davon<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>Herr Herbert (<em>fr\u00f6hlich<\/em>): Dann schaue ich mir doch mal die neue Wohnung an!<\/p>\n\n\n\n<p><em>Beschwingt geht Herr Herbert in seine neue Wohnung: Er muss nur das Telefon an die T\u00fcr halten und kann eintreten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr>\n\n\n\n<p><strong>3. Akt:<strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong> <\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong>Beim Hausarzt<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"alignright is-resized\" style=\"border: 1px solid\"><strong>&nbsp;Handelnde Personen:&nbsp;&nbsp;<\/strong><p>\n<\/p><ul>\n<li>Dr. Bibber&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Patientin Frieda&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Arzthelfer Arndt&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n\n\n\n<p><em>Dr. Bibber sitzt in seiner Arztpraxis und spielt auf seinem Handy. Da kommt die Patientin Frieda herein. Der Doktor legt das Handy beiseite.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Bibber: Guten Tag! Eine neue Patientin in meinem Patientenzimmer, wie sch\u00f6n. Was kann ich f\u00fcr Sie tun?<\/p>\n\n\n\n<p>Patientin Frieda: Also, ich brauche eine neue Prothese. Meine ist veraltet. (<em>sie deutet auf ihr linkes Bein<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Bibber: Ach, so ist das. Na, dann setzen Sie sich erst einmal. (<em>deutet auf eine Liege<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p><em>Frieda setzt sich auf die Liege und legt ihre Beine hoch.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Bibber: Schauen wir mal. (<em>betastet beide Beine<\/em>) Wow, das ist aber schon ein gutes Modell. Man merkt ja kaum den Unterschied zwischen den beiden Beinen. Aber ein Update schadet nat\u00fcrlich nicht. Das kriegen wir ganz schnell hin.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Bibber (<em>ruft nach hinten gewandt<\/em>): Kollege Arndt, kommen Sie mal rein. Wir brauchen eine neue Prothese f\u00fcr die Patientin.<\/p>\n\n\n\n<p>Arzthelfer Arndt (<em>kommt ins Zimmer<\/em>): Ach ja. 3D-Drucker?<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Bibber: Genau.<\/p>\n\n\n\n<p>Arzthelfer Arndt (<em>routiniert<\/em>): Gut, ich schmei\u00df den mal kurz an. (<em>wirft einen Blick auf einen Bildschirm<\/em>) Die Daten habe ich ja schon. 5 Minuten maximal. (<em>geht ins Hinterzimmer<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Bibber (<em>zur Patientin<\/em>): Das ist gleich erledigt. In der Zwischenzeit k\u00f6nnen wir ja mal einen Blick auf Ihre Vitalparameter werfen. Hier auf dem Bildschirm haben wir die aktuellen Zahlen. (<em>murmelt vor sich hin<\/em>) Das sieht doch gut aus. Regelm\u00e4\u00dfiger Sport, super! Und die Ern\u00e4hrung ist auch in Ordnung. (<em>zur Patientin<\/em>) Wie geht es Ihnen sonst so?<\/p>\n\n\n\n<p>Patientin Frieda: Alles gut. (<em>zum Bildschirm gewandt<\/em>) Das sehen Sie alles mit einem Blick? Wie toll.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Bibber: Tja, wir sparen viel Zeit mit dem Live-Health-Tracking. Und die gr\u00f6bste Diagnoset\u00e4tigkeit \u00fcbernimmt auch der Computer. Manchmal wei\u00df ich gar nicht mehr, wozu es mich hier eigentlich noch braucht (<em>lacht etwas gek\u00fcnstelt<\/em>).<\/p>\n\n\n\n<p>Arzthelfer Arndt (<em>kommt aus dem Hinterzimmer wieder und h\u00e4lt ein Bein in der Hand<\/em>): Hier ist die Prothese.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Bibber (<em>hantiert am Bein herum und tauscht die Prothese aus; w\u00e4hrenddessen murmelt er wieder vor sich hin<\/em>): Tja, der Drucker druckt fast besser als die Natur. Vielleicht drucken wir ja bald den ganzen Menschen aus? (<em>lacht etwas verzweifelt<\/em>) Aber da will ich gar nicht so genau dr\u00fcber nachdenken.<\/p>\n\n\n\n<p>Arzthelfer Arndt (<em>\u00fcberh\u00f6rt den Doktor und sagt begeistert<\/em>): Ist doch super, die Technik heute. Manchmal \u00fcberlege ich auch, mein Bein einfach durch ein k\u00fcnstliches, leistungsf\u00e4higeres zu ersetzen!<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Bibber (<em>\u00fcbergeht Herrn Arndt und spricht die Patientin Frieda an<\/em>): Ja, schon fertig! Machen wir mal ein Selfie zusammen. (<em>h\u00e4lt ein Handy hoch und sagt<\/em>) Gerade wieder eine Patientin mit einem neuen Bein versorgt, super! (<em>grinst<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Patientin Frieda schaut etwas verwirrt, aber gl\u00fccklich. Dann springt sie auf, testet ihr neues Bein aus und bedankt sich beim Doktor und seinem Arzthelfer und verl\u00e4sst die Praxis.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Bibber (<em>nachdenklich<\/em>): Wo das wohl alles noch so hinf\u00fchrt\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><em>Dann setzt er sich wieder auf seinen Stuhl und nimmt das Handy in die Hand.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Zeitreise-Bericht der 12. Klasse des OSZ Lotis vom 5. bis 6.12.2022 Europa im Jahre 2045 Der Krieg in der Ukraine und die daraus folgenden Herausforderungen f\u00fcr Europa haben zu einem Umdenken gef\u00fchrt. 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