{"id":2874,"date":"2023-01-24T19:58:25","date_gmt":"2023-01-24T19:58:25","guid":{"rendered":"https:\/\/zukunft-der-demokratie.berlin\/?p=2874"},"modified":"2023-01-27T12:54:16","modified_gmt":"2023-01-27T12:54:16","slug":"reichtum-durch-spendenaktion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zukunft-der-demokratie.berlin\/zeitreisen\/reichtum-durch-spendenaktion\/","title":{"rendered":"Reichtum durch Spendenaktion?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Ein Zeitreise-Bericht der 12. Klasse des OSZ Lotis vom 5. bis 6.12.2022<\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure><a class=\"alignright is-resized fancybox\" href=\"http:\/\/zukunft-der-demokratie.berlin\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/OSZ-Lotis-1-OR-Gross.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/zukunft-der-demokratie.berlin\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/OSZ-Lotis-1-OR-Gross.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-139\" width=\"228\" height=\"161\"><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Deutschland im Jahre 2045<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Was passiert, wenn eine Million\u00e4rin Armut in der eigenen Familie entdeckt? Sind Blutsbande wichtiger als Klassenunterschiede?<\/p>\n\n\n\n<p>Wie reagieren, wenn der eigene Neffe auf der Stra\u00dfe leben muss? Kann das Mitgef\u00fchl einer einzelnen Person die gesamte Gesellschaft ver\u00e4ndern?<\/p>\n\n\n\n<hr><hr>\n\n\n\n<p><strong>1. Akt: Auf der Stra\u00dfe<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"alignright is-resized\" style=\"border: 1px solid\"><strong>&nbsp;Handelnde Personen:&nbsp;&nbsp;<\/strong>\n<p><\/p><ul>\n<li>Frederike \u2013&nbsp;wohlhabend, Ehefrau von Peter&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Peter \u2013&nbsp;wohlhabend, Ehemann von Frederike&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Pascal \u2013&nbsp;armer Bettler und Frederikes Neffe&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n\n\n\n<p><em>Frederike und Peter sind wohlhabende Menschen und auf dem Weg zum Golfplatz. Frederike emp\u00f6rt sich gerade \u00fcber ihren Kontostand, als sie an einer Stra\u00dfenecke jemanden sitzen sehen, der ihnen bekannt vorkommt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Frederike (<em>seufzend zu Peter<\/em>): Schon wieder 25.000 Euro auf meinem Konto, ich wei\u00df gar nicht, was ich damit anfangen soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Peter (<em>deutet auf einen Bettler an der Stra\u00dfenecke<\/em>): Schatz? Sag mal, ist das nicht Pascal? Der Mann, der dort auf dem Boden kniet? Dein Neffe Pascal?<\/p>\n\n\n\n<p>Frederike (<em>entsetzt<\/em>): Oh, stimmt. (<em>beugt sich runter zu Pascal<\/em>) Pascal, sag mal, was machst du denn hier?<\/p>\n\n\n\n<p>Pascal (<em>heruntergekommen und besch\u00e4mt, blickt kurz auf zu Frederike und schaut direkt wieder auf den Boden<\/em>): Ich hatte vor f\u00fcnf Jahren ein Unternehmen gegr\u00fcndet. Leider ist es insolvent gegangen. Dann hat meine Frau mich verlassen. Sie hasst mich. Meine Kinder hassen mich. Ich bin ganz alleine. Und hier sitze ich jetzt ganz alleine.<\/p>\n\n\n\n<p>Frederike (<em>stupst Peter an und ruft begeistert<\/em>): Wei\u00dft du, was? Ich hab ja genug Geld auf dem Konto. Ich finde, wir sollten eine Spendenaktion f\u00fcr dich starten!<\/p>\n\n\n\n<p>Peter (<em>nickt zustimmend<\/em>): Aber nicht nur f\u00fcr ihn, sondern auch f\u00fcr andere arme Menschen!<\/p>\n\n\n\n<p>Pascal (<em>hoffnungsvoll<\/em>): Wirklich?<\/p>\n\n\n\n<p>Peter (<em>bietet Pascal seine Hand an<\/em>): Ja. Steh auf und komm mit uns.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Pascal steht auf und folgt der Einladung der anderen. So richtig kann er sein Gl\u00fcck noch nicht fassen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr>\n\n\n\n<p><strong>2. Akt: <strong>Bei der <\/strong>Spendenaktion &#8222;Gegen Armut&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"alignright is-resized\" style=\"border: 1px solid\"><strong>&nbsp;Handelnde Personen:&nbsp;&nbsp;<\/strong><p>\n<\/p><ul>\n<li>Reporterin&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Demonstrierende Menge&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Frederike \u2013&nbsp;wohlhabend, Ehefrau von Peter&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Peter \u2013&nbsp;wohlhabend, Ehemann von Frederike&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Pascal \u2013&nbsp;armer Bettler und Frederikes Neffe&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n\n\n\n<p><em>Peter und Frederike haben gleich ihren gesamten Einfluss genutzt und eine riesige Spendenaktion auf die Beine gestellt. Nun ist der Tag der Spendenaktion gekommen und beide stehen stolz mit Pascal auf der B\u00fchne. Doch vor der B\u00fchne beginnt sich eine Menschenmenge zu versammeln, die nicht begeistert scheint. Sogar eine Reporterin ist gleich vor Ort\u2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Reporterin (<em>deutlich ins Mikro<\/em>): Guten Morgen, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer. Ich berichte hier live und vor Ort, heute am 6.12.2045, von einer Demonstration in Berlin. Eine gro\u00dfe Menschenmenge hat sich vor der B\u00fchne der Spendenaktion \u201eGegen Armut!\u201c versammelt und protestiert hier f\u00fcr mehr Lohngleichheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Demonstranten (<em>laut im Hintergrund<\/em>): LOHNGLEICHHEIT, LOHNGLEICHHEIT, LOHNGLEICHHEIT!!!<\/p>\n\n\n\n<p>Reporterin (<em>versucht, die Demonstranten zu \u00fcbert\u00f6nen<\/em>): Ausgel\u00f6st wurde dieser Protest durch die Spendenaktion \u201eGegen Armut!\u201c, organisiert von den wohlhabenden Eheleuten Peter und Frederike Meier. Beide m\u00f6chten durch Spenden von der wohlhabenderen Bev\u00f6lkerung einen Ausgleich der Schere zwischen Arm und Reich bewirken. Die Demonstranten w\u00fcrden ihr Geld aber lieber selber verdienen durch eine angemessene Lohnzahlung. Soll die Spendenaktion nun stattfinden oder nicht? Was denkt unser Publikum? Ist das eine gute Idee oder nicht? Wer abstimmen m\u00f6chte und heute nicht vor Ort ist, kann \u00fcber unsere Internetseite www.reporter.de mit abstimmen. Wir freuen uns \u00fcber eine rege Beteiligung.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Nachrichtenmoderatorin leitet \u00fcber zum Wetter.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr>\n\n\n\n<p><strong>3. Akt:<strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong> <\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong>Bei Pascals Ex-Frau zu Hause<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"alignright is-resized\" style=\"border: 1px solid\"><strong>&nbsp;Handelnde Personen:<\/strong><p>\n<\/p><ul>\n<li>Heidi \u2013&nbsp;Pascals Ex-Frau&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Lisa \u2013&nbsp;Pascals Tochter&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n\n\n\n<p><em>Nicht weit entfernt kommt Pascals Tochter Lisa in die heruntergekommene K\u00fcche zu ihrer Mutter. Seit beide nicht mehr mit Pascal zusammenwohnen, geht es ihnen finanziell nicht besser als ihm. Lisa ist sehr aufgeregt und rennt zu ihrer Mutter. Auch hier hat Frederikes und Peters Spendenaktion gro\u00dfe Wellen geschlagen\u2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Lisa: Mama, Mama! Hast du das mitbekommen auf Social Media?!?!<\/p>\n\n\n\n<p>Heidi (<em>schaut Lisa erstaunt an<\/em>): Was ist denn los, Lisa? Warum bist du denn so aufgeregt?<\/p>\n\n\n\n<p>Lisa (<em>ruft aufgeregt<\/em>): Hast du das denn nicht mitbekommen? Die Armen werden reich! WIR werden reich!<\/p>\n\n\n\n<p>Heidi (<em>v\u00f6llig \u00fcberrascht<\/em>): Red keinen Quatsch. Das stimmt doch gar nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Lisa (<em>wird noch lauter<\/em>): Doch! Wir kriegen so viel Geld, wir werden reich! Wir k\u00f6nnen endlich in den Urlaub!<\/p>\n\n\n\n<p>Heidi (<em>erstaunt<\/em>): Aber was redest du denn da? Die wollen das Geld sicher zur\u00fcckhaben!<\/p>\n\n\n\n<p>Lisa (<em>deutet auf den Fernseher<\/em>): Nein! Schau mal im Fernsehen! Schau mal, da ist Papa! Und Gro\u00dftante Frederike im Fernsehen!<\/p>\n\n\n\n<p><em>Im Fernsehen ist die B\u00fchne der Spendenaktion von Frederike und Peter zu sehen. Dort steht auch Pascal und winkt gl\u00fccklich l\u00e4chelnd mit mehreren Euroscheinen in die Kamera. Die Kamera zoomt auf einen Reporter rechts vor der B\u00fchne.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Reporter (<em>l\u00e4chelt in die Kamera und spricht dann einen Mann neben sich an<\/em>): Geld spenden? Wollen Sie Geld f\u00fcr die Armen spenden?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Der wohlhabende Mann mit Bart z\u00fcckt sofort sein Portemonnaie aus Wildleder mit Goldapplikationen und sucht einen Schein heraus.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wohlhabender Mann mit Bart (<em>gluckst fr\u00f6hlich<\/em>): Jawohl! Aber nat\u00fcrlich! (<em>dr\u00fcckt dem Reporter einen F\u00fcnfziger in die Hand<\/em>). F\u00fcr unsere Armen!<\/p>\n\n\n\n<p>Reporter (<em>schaut erneut in die Kamera und l\u00e4chelt noch breiter<\/em>): Jede Spende z\u00e4hlt! Spenden f\u00fcr unsere Zukunft! F\u00fcr die Armen! Damit sie weiterleben k\u00f6nnen!<\/p>\n\n\n\n<p><em>Vor dem Fernseher ist Lisa nun v\u00f6llig aus dem H\u00e4uschen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Lisa (<em>springt auf<\/em>): Was habe ich dir gesagt?! Schau! Die wollen spenden an alle Armen!<\/p>\n\n\n\n<p>Heidi (<em>seufzt skeptisch und streicht Lisa durchs Haar<\/em>): Das ist eine L\u00fcge. Glaub denen besser nicht. Du bist noch jung. Du l\u00e4sst dich damit manipulieren. Das stimmt so alles nicht. Wir werden arm bleiben. Die Spenden werden sicher zur\u00fcckgegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Lisa (<em>ruft laut<\/em>): Nein, wirklich, Mama! Lass uns hingehen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wer von den beiden wohl Recht behalten wird? Lisa oder Heidi? Und darf Pascal wirklich sein Geld behalten? Kann eine Spendenaktion das Gef\u00fcge einer Gesellschaft ver\u00e4ndern? Oder bleibt alles doch beim Alten?<\/em> \u2013 <em>Diese Fragen werden wohl erst in einigen Jahren beantwortbar sein.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Zeitreise-Bericht der 12. Klasse des OSZ Lotis vom 5. bis 6.12.2022 Deutschland im Jahre 2045 Was passiert, wenn eine Million\u00e4rin Armut in der eigenen Familie entdeckt? 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