{"id":2792,"date":"2023-01-06T06:25:54","date_gmt":"2023-01-06T06:25:54","guid":{"rendered":"https:\/\/zukunft-der-demokratie.berlin\/?p=2792"},"modified":"2023-01-10T07:20:21","modified_gmt":"2023-01-10T07:20:21","slug":"zwiegespalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zukunft-der-demokratie.berlin\/zeitreisen\/zwiegespalten\/","title":{"rendered":"Zwiegespalten"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Ein Zeitreise-Bericht der Klasse 11b der Evangelischen Schule Neuk\u00f6lln vom 14. bis 15.<\/em> <em>November 2022<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eine Szene, die sich im Jahre 2045 zugetragen hat\u2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Akt: Tagesschau<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"alignright is-resized\" style=\"border: 1px solid\"><strong>&nbsp;Handelnde Personen:&nbsp;&nbsp;<\/strong>\n<p><\/p><ul>\n<li>Sven&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Roboter-Nachrichtensprecher&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Roboter-Reporter&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Demonstranten&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n\n\n\n<p><em>Sven kommt geschafft nach Hause, schmei\u00dft seine Tasche in die Ecke und wirft sich auf die Couch. Er schaltet den Fernseher an.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Roboter-Nachrichtensprecher: Das ist das erste deutsche Fernsehen mit der Tagesschau. In unserer Gesellschaft gibt es immer mehr Demonstrationen gegen die Regierung. Anh\u00e4nger der Volkspartei und der Demokraten treffen gewaltsam aufeinander. Ich gebe weiter an meine Kollegen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Es stehen sich Mitglieder der Volkspartei und Demokraten vor dem Reichstag gegen\u00fcber. Die Stimmung ist aufgeheizt. Es kann jeden Moment handgreiflich werden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Roboter-Reporter: Ja, ich bin hier vor Ort in Berlin. Eine starke Auseinandersetzung zwischen den zwei Parteien steht kurz bevor. Die Polizei scheint jeden Moment einzugreifen. Damit wieder zur\u00fcck ins Studio.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachrichtensprecher: Vielen Dank.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Sven sch\u00fcttelt den Kopf und schaltet den Fernseher aus.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr>\n\n\n\n<p><strong>2. Akt: Am Esstisch <\/strong> <\/p>\n\n\n\n<div class=\"alignright is-resized\" style=\"border: 1px solid\"><strong>&nbsp;Handelnde Personen:&nbsp;&nbsp;<\/strong><p>\n<\/p><ul>\n<li>Sven \u2013 Vater&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>James \u2013 Vater&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Knox \u2013 Kleinkind&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Gwen \u2013 Tochter&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Ute \u2013 Oma&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n\n\n\n<p><em>Die Familie ist am Esstisch versammelt. Gwen macht ihre Hausaufgaben in einem anderen Zimmer. James ist gerade auch gekommen und Sven erz\u00e4hlt ihm von den Nachrichten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Sven: Diese Demonstrationen immer. Das wird irgendwann nicht mehr so weitergehen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Oma Ute (<em>vorwurfsvoll<\/em>): Dein Kind ist doch dabei!<\/p>\n\n\n\n<p>Sven: Ja, ich wei\u00df! Die Demokraten, sie schreiten immer weiter voran und die Volkspartei muss langsam wirklich h\u00e4rtere Ma\u00dfnahmen ergreifen.<\/p>\n\n\n\n<p>James: Sollten wir vielleicht mal mit Gwen reden?<\/p>\n\n\n\n<p>Sven: Ja, man muss vielleicht jetzt mit ihr reden. Ja, wir sollten ihr sagen, dass es so nicht weitergeht. Ute, halt dich aber bitte zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Oma Ute (<em>ver\u00e4rgert<\/em>): Ja, irgendwann m\u00fcssen wir sie rausschmei\u00dfen!<\/p>\n\n\n\n<p>James: Wir werden sie nicht rausschmei\u00dfen! Sie ist unser Kind! Unsere Tochter. Lasst uns doch erst mal mit ihr reden. Vielleicht \u00e4ndert sie ihre Meinung.<\/p>\n\n\n\n<p>Oma Ute: Okay. Einen Versuch ist es wert.<\/p>\n\n\n\n<p>Sven (<em>holt Gwen aus dem anderen Zimmer<\/em>): Gwen, komm mal bitte her.<\/p>\n\n\n\n<p>James (<em>schaut Gwen ernst an<\/em>): Deine politische Einstellung ist falsch. Du wei\u00dft: Wir sind alle Anh\u00e4nger der Volkspartei. Die einzig richtige Partei.<\/p>\n\n\n\n<p>Knox (<em>piepst<\/em>): Ich auch.<\/p>\n\n\n\n<p>Sven: Das ist wichtig. Es ist wichtig, dass du verstehst, dass die Demokraten eine Gefahr darstellen. Okay?<\/p>\n\n\n\n<p>Gwen (<em>murmelt<\/em>): Ich bin aber einer anderen Meinung.<\/p>\n\n\n\n<p>Sven: Gwen! Das geht so nicht weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>James: Wenn das nicht ein Ende findet, dann wirst du rausgeschmissen. Okay?<\/p>\n\n\n\n<p>Sven: Dein Vater und ich sind der gleichen Meinung. Wenn du dich nicht langsam in den Griff bekommst, wird dies Konsequenzen haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Gwen (<em>aufgebracht<\/em>): Die Volkspartei will doch die Todesstrafe wieder einf\u00fchren. Das ist unmenschlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Oma Ute (<em>hysterisch<\/em>): Nein, ist es nicht. Strafen m\u00fcssen sein, um Verbrecher und M\u00f6rder abzuschrecken. Nur wer durchgreift, sorgt f\u00fcr Ordnung und Gerechtigkeit. Es muss eine Erneuerung geben, sonst gehen wir alle zugrunde. Verstehst du das nicht?<\/p>\n\n\n\n<p>Gwen: Nein! Das stimmt doch nicht. Wir m\u00fcssen friedlich und verst\u00e4ndnisvoll miteinander umgehen, nur dann verhindern wir Schlimmeres!<\/p>\n\n\n\n<p>Sven: Gwen, komme doch endlich zur Vernunft!<\/p>\n\n\n\n<p>Oma Ute (<em>w\u00fctend<\/em>): Schmei\u00dft sie raus! Das wird doch nichts mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Sven: Ute, halte dich da raus!<\/p>\n\n\n\n<p>James: Schatz, du musst dich jetzt entscheiden. In so einer Atmosph\u00e4re wollen wir zu Hause nicht leben. Du musst dich bis morgen entscheiden. <\/p>\n\n\n\n<p><em>Gwen rennt heulend aus dem Haus, Oma Ute sch\u00fcttelt den Kopf und Sven und James schauen sich hilflos an<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<hr>\n\n\n\n<p><strong>3. Akt:<strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong> <\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong>Auf der Stra\u00dfe<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"alignright is-resized\" style=\"border: 1px solid\"><strong>&nbsp;Handelnde Personen:<\/strong><p>\n<\/p><ul>\n<li>Gwen&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Toni \u2013 Roboter mit k\u00fcnstlicher Intelligenz&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Feli &#8211; Klassenkameradin von Gwen&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Sophie &#8211; Anh\u00e4ngerin der Volkspartei&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Lea &#8211; Anh\u00e4ngerin der Demokraten&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n\n\n\n<p><em>Gwen l\u00e4uft die Stra\u00dfe hinunter und kommt an einem Vorgarten vorbei, in dem ein paar Jugendliche mit einem Roboter stehen. Sie erkennt ihre Klassenkameradin Feli, die sie allerdings nicht bemerkt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Feli (<em>s\u00e4ufzt<\/em>): Oh, was f\u00fcr ein anstrengender Schultag. Endlich zuhause. Hallo Toni, was macht ihr drei denn vor dem Haus?<\/p>\n\n\n\n<p>Toni: Hallo! Da du jetzt 16 bist, musst du dich entscheiden, welcher der zwei Parteien du dich anschlie\u00dfen willst. Hier ein paar Beispiele.<\/p>\n\n\n\n<p>Sophie: Ich bin Anh\u00e4ngerin der Volkspartei, die einzige Partei f\u00fcr unser Land. Wir sind daf\u00fcr, dass das Grundgesetz abgeschafft wird. Es muss endlich eine vern\u00fcnftige Ordnung herrschen. Wenn die Mehrheit etwas durchsetzen will, muss das auch umgesetzt werden. Wir wollen eine echte Demokratie.<\/p>\n\n\n\n<p>Lea: Ich bin Anh\u00e4ngerin der Demokratischen Partei. Wir sind daf\u00fcr, dass das Grundgesetz bleibt, weil Minderheiten und politische Freiheiten gesch\u00fctzt werden m\u00fcssen. Sonst leben wir bald in einer Mehrheitsdiktatur.<\/p>\n\n\n\n<p>Toni: Wenn man sich nicht entscheidet, wird man von allen ausgegrenzt. Es ist sinnvoll, sich einer Gruppe anzuschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Feli (<em>total verzweifelt<\/em>): Oh Gott, wie soll man sich denn bei so etwas entscheiden?! &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Gwen l\u00e4uft zu Feli hin, zieht sie zur Seite und will sie \u00fcberzeugen, dass sie sich den Demokraten anschlie\u00dft. Ob ihr das gelingt?<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr>\n\n\n\n<p>Redaktion: eh, tm.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Zeitreise-Bericht der Klasse 11b der Evangelischen Schule Neuk\u00f6lln vom 14. bis 15. November 2022 Eine Szene, die sich im Jahre 2045 zugetragen hat\u2026 1. 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