{"id":2718,"date":"2022-12-31T19:04:39","date_gmt":"2022-12-31T19:04:39","guid":{"rendered":"https:\/\/zukunft-der-demokratie.berlin\/?p=2718"},"modified":"2023-01-01T12:23:06","modified_gmt":"2023-01-01T12:23:06","slug":"gespaltener-widerstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zukunft-der-demokratie.berlin\/zeitreisen\/gespaltener-widerstand\/","title":{"rendered":"Gespaltener Widerstand"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Ein Zeitreise-Bericht der Klasse 11a der Evangelischen Schule Neuk\u00f6lln vom 14. bis 15.<\/em> <em>November 2022<\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure><a class=\"alignright is-resized fancybox\" href=http:\/\/zukunft-der-demokratie.berlin\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/ESN_1_LU_gross.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/zukunft-der-demokratie.berlin\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/ESN_1_LU_gross.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-139\" width=\"228\" height=\"161\"><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Deutschland im Jahre 2045<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es hat sich einiges ge\u00e4ndert. Die Gesellschaft ist gepr\u00e4gt von Unzufriedenheit und sich versch\u00e4rfenden Klassenunterschieden. Die B\u00fcrger haben kein Vertrauen in die Politik mehr, da die Politiker sich nicht um ihre B\u00fcrger k\u00fcmmern. Die Altparteien verlieren an Bedeutung und stellen in den Augen vieler keine glaubw\u00fcrdige Alternative zur aktuellen Regierung mehr dar.<\/p>\n\n\n\n<p>Die B\u00fcrger stehen am finanziellen Abgrund. Obwohl die \u201eUnterschicht\u201c eigentlich zusammenhalten sollte, kommt es zu Streitigkeiten und in ihr zur Gruppenbildung. Es hat sich ein Personenkult um einen Mann namens Phillip sowie eine Gruppe &#8222;demokratischer Kommunisten&#8220; gebildet. Diese oppositionellen Kr\u00e4fte ziehen nicht an einem Strang und k\u00f6nnen daher nicht gegen die repressive Regierung vorgehen. Aufgrund des vorangeschrittenen Klimawandels kamen viele Gefl\u00fcchtete ins Land. Diese Situation nutzt die Regierung als Vorwand, um die Steuern zu erh\u00f6hen. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Regierung ist jedoch korrupt. Die reichen Politiker f\u00fchren ein unbeschwertes Leben oben auf der Klippe, w\u00e4hrend die Armen unten mit Hilfe von Polizei-Robotern kontrolliert werden. Die Propaganda gibt die Illusion vor, dass jeder Arme in die Schicht der Reichen aufsteigen kann. Die Bessergestellten werfen den Armen vor, dass sie selbst schuld an ihrem Schicksal seien. Genmanipulation erlaubt es zudem den Bessergestellten, ihren Kindern die bestm\u00f6glichen Voraussetzungen f\u00fcr ein Leben im Wohlstand zu geben, was die Spaltung in der Gesellschaft weiter zementiert.<\/p>\n\n\n\n<hr>\n\n\n\n<hr>\n\n\n\n<p><strong>Eine Szene, die sich im Jahre 2045 zugetragen hat\u2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Akt: <strong>Im Fernsehstudio<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"alignright is-resized\" style=\"border: 1px solid\"><strong>&nbsp;Handelnde Personen:&nbsp;&nbsp;<\/strong>\n<p><\/p><ul>\n<li>Eleanor Cinclair &#8211; Nachrichtensprecherin&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Dalia Blade &#8211; Nachrichtensprecherin&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n\n\n\n<p><em>Der Fernseher l\u00e4uft, wie immer laufen die Abend-Nachrichten um 20 Uhr.<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p>Eleanor Cinclair (<em>in die Kamera l\u00e4chelnd<\/em>): Herzlich willkommen zu den Nachrichten f\u00fcr die ganze Welt. Mein Name ist Eleanor Cinclair und das ist meine Kollegin Delia Blade. Heute feiern wir den gro\u00dfen wundervollen 8. Jahrestag unserer gro\u00dfen Wende. Die vielen Klimafl\u00fcchtlinge, die 2038 zu uns kamen, haben unsere Wirtschaft auf eine harte Probe gestellt. Sie musste sich an die schwierige Lage anpassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dalia Blade: Im Angesicht der Katastrophe ist uns dennoch gelungen, einen ph\u00e4nomenalen und damit auch wirtschaftlichen Schritt nach vorne zu machen und damit zu verk\u00fcnden, dass wir und unser gesamtes zivilisiertes Volk die treibende Kraft der gesamten Menschheitsgeschichte sind. Wie immer gibt es jedoch Menschen, die uns unseren Erfolg nicht g\u00f6nnen wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eleanor Cinclair: Sie sind verblendet in ihrer eigenen \u00dcberzeugung, dass wir sie ausnutzen, obwohl sie selbst ein Haufen radikaler links- und rechtsextremer Gruppen sind.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dalia Blade (<em>w\u00fctend<\/em>): Diese Terroristen, die schuld an ihrem eigenen Leid sind, gehen dann auch noch so weit, dass sie den gr\u00f6\u00dften Fortschritt unserer Menschheitsgeschichte als den \u201eAbsturz\u201c bezeichnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Eleanor Cinclair (<em>auf einmal wohlwollend und<\/em> <em>fr\u00f6hlich<\/em>): Wir bedanken uns f\u00fcrs Zuh\u00f6ren. Das war unser Beitrag zum 8. Jahrestag. Wir w\u00fcnschen Ihnen noch einen sch\u00f6nen Tag.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Es folgt die Vorausschau des Wetters, das wenig Hoffnung f\u00fcr die kommenden Tage macht.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr>\n\n\n\n<p><strong>2. Akt: Auf dem Marktplatz <\/strong> <\/p>\n\n\n\n<div class=\"alignright is-resized\" style=\"border: 1px solid\"><strong>&nbsp;Handelnde Personen:&nbsp;&nbsp;<\/strong><p>\n<\/p><ul>\n<li>Philip &#8211; Anf\u00fchrer einer rechten Bewegung&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Eliah &#8211; Repr\u00e4sentant der Kommunisten&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n\n\n\n<p><em>Zwei Menschengruppen treffen sich auf dem Marktplatz. <em>Beide schicken offenbar jemanden, um miteinander zu verhandeln. <\/em>Passanten beobachten das Geschehen teils besorgt, teils neugierig. <\/em> <\/p>\n\n\n\n<p>Phillip (<em>auf Eliah zugehend<\/em>): Die Sache sieht wie folgt aus. Ich habe gen\u00fcgend Waffen und du gen\u00fcgend Ressourcen. Meine Leute verhungern. Deine werden schwer verletzt und in Krankenh\u00e4user eingeliefert, weil wir nicht gen\u00fcgend Waffen f\u00fcr den Kampf gegen die Milit\u00e4rroboter haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Eliah: Du verstehst mich nicht! Ich stehe anders als du nicht als politischer Anf\u00fchrer, sondern als demokratischer Repr\u00e4sentant f\u00fcr meine Gruppe hier. Und die hat sich noch nicht dar\u00fcber einigen k\u00f6nnen, ob sie dir mit deinem elenden Personenkult unsere wertvollen Nahrungsmittel f\u00fcr ein paar Schusswaffen \u00fcbergeben wollen oder nicht. Wenn ich jetzt zusage und meine Leute danach tagelang hungern m\u00fcssen, dann werde ich gelyncht!<\/p>\n\n\n\n<p>Phillip (<em>vorwurfsvoll<\/em>): Ich verstehe dich ja, allerdings leiden meine Leute. Sie verhungern! Ich dachte Solidarit\u00e4t und Mitleid seien kommunistische Tugenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Eliah (<em>w\u00fctend<\/em>): Wei\u00dft du, dass das h\u00f6chste Wesen f\u00fcr den Kommunisten der Mensch selbst ist? Denk dar\u00fcber nach, du dreckiger Faschist! Deine Leute leiden? (<em>mit einem pr\u00fcfend-ironischen Blick<\/em>) Ich dachte, du seist der Gott, der Leid in Luft aufl\u00f6sen lassen kann! Ich dachte, f\u00fcr sie bist du das h\u00f6chste Wesen. Beten sie dich etwa umsonst an?<\/p>\n\n\n\n<p>Phillip (<em>sehr ver\u00e4rgert<\/em>): Wie kommst du darauf, mir Vorw\u00fcrfe zu machen? Wenn deine politischen Vorg\u00e4nger sich selbst wie G\u00f6tter aufgespielt haben!<\/p>\n\n\n\n<p>Eliah (<em>l\u00e4chelnd<\/em>): Mein guter Phillip, mir scheint, du hast im Geschichtsunterricht vor dem Absturz nicht richtig aufgepasst. Wir waren diejenigen, die diese ganze Katastrophe vorausgesehen haben!<\/p>\n\n\n\n<p>Phillip (<em>noch ver\u00e4rgerter<\/em>): Wenn ihr sie vorausgesehen habt, warum habt ihr sie nicht verhindert? Eure Politik war nicht gut genug, um lange genug an der Macht bleiben zu k\u00f6nnen, ohne in einer Diktatur zu enden.<\/p>\n\n\n\n<p>Eliah (<em>die Arme verschrenkend<\/em>): Na gut, was hat deine Politik deinen Leuten zu bieten? <\/p>\n\n\n\n<p>Phillip (<em>nach vorne schauend<\/em>): Es reicht, wir schweifen vom Thema ab. Eigentlich haben wir doch denselben Feind.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Nach einer Weile gehen die beiden Gruppen getrennte Wege<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<hr>\n\n\n\n<p><strong>3. Akt:<strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong> <\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong>Im Caf\u00e9<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"alignright is-resized\" style=\"border: 1px solid\"><strong>&nbsp;Handelnde Personen:<\/strong><p>\n<\/p><ul>\n<li>Ida &#8211; Politikerin (Oberschicht)&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Johanna \u2013 Politikerin (Oberschicht)&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Passant&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n\n\n\n<p><em>Zwei junge Frauen in modischer Kleidung trinken Latte Macchiato und unterhalten sich angeregt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ida (<em>besorgt nachfragend<\/em>): Wie war deine Operation?<\/p>\n\n\n\n<p>Johanna (<em>erleichtert<\/em>): Es lief eigentlich ganz gut. Wie krass, dass das alles ein Roboter gemacht hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Ida: Ja, das stimmt. Was die im Bereich Medizin und Technik alles geschafft haben\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Johanna (<em>begeistert<\/em>): Ja, ich war letztens bei einem Doktor, der mein Baby modifiziert hat!<\/p>\n\n\n\n<p>Ida: Wie lief das denn ab?<\/p>\n\n\n\n<p>Johanna: Ich konnte mir alles aussuchen. Die Haarfarbe, die Augenfarbe, wie das Kind generell aussehen wird &#8211; ich habe das perfekte Baby!<\/p>\n\n\n\n<p>Ida: Ja es ist schon cool, was wir alles geschafft und was f\u00fcr M\u00f6glichkeiten wir haben. Aber eigentlich sollten ja alle diese Chancen haben!<\/p>\n\n\n\n<p>Johanna (<em>den Kopf sch\u00fcttelnd<\/em>): Ja, aber jeder hat ja die M\u00f6glichkeit! Nur weil jemand zu wenig Geld hat, ist das ja nicht unser Problem. Die k\u00f6nnten sich ja ein bisschen anstrengen\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Ida (<em>ihr Champagnerglas haltend und nickend<\/em>): Ja, das stimmt auch wieder.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Sie sto\u00dfen auf ihren Nachwuchs an und verabreden sich zum n\u00e4chsten Shopping.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr>\n\n\n\n<p>Redaktion: eh, tm.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Zeitreise-Bericht der Klasse 11a der Evangelischen Schule Neuk\u00f6lln vom 14. bis 15. 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