{"id":2708,"date":"2023-01-01T11:07:16","date_gmt":"2023-01-01T11:07:16","guid":{"rendered":"https:\/\/zukunft-der-demokratie.berlin\/?p=2708"},"modified":"2023-01-01T12:11:13","modified_gmt":"2023-01-01T12:11:13","slug":"jan-von-der-spree","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zukunft-der-demokratie.berlin\/zeitreisen\/jan-von-der-spree\/","title":{"rendered":"Jan von der Spree"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Ein Zeitreise-Bericht der Klasse 11a der Evangelischen Schule Neuk\u00f6lln vom 14. bis 15.<\/em> <em>November 2022<\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure><a class=\"alignright is-resized fancybox\" href=\"http:\/\/zukunft-der-demokratie.berlin\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/ESN_1_RU_gross.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/zukunft-der-demokratie.berlin\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/ESN_1_RU_gross.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-139\" width=\"228\" height=\"161\"><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Deutschland im Jahre 2045<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Angesicht einer verheerenden Hungersnot w\u00e4hlen die meisten Menschen die Parabel-Partei mit ihrem \u201eJan von der Spree\u201c als ihren selbsterkorenen Retter. Seine Frau ist gleichzeitig Premierministerin in Polen. Aus diesem Grund geht schon seit einiger Zeit das Ger\u00fccht um, die beiden planten die Zusammenf\u00fchrung beider L\u00e4nder in zwei parallelen Referenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wegen der Lebensmittelknappheit und des dadurch entstehenden Misstrauens untereinander fl\u00fcchten die B\u00fcrger die meiste Zeit ins Metaverse. Der Unmut der B\u00fcrger richtet sich nicht gegen bestimmte Personengruppen, da die Politik keine Fremdenfeindlichkeit sch\u00fcrt oder traditionelle Lebensweisen propagiert, sondern eher auf Ausgleich und Verst\u00e4ndnis setzt. Trotz oder gerade wegen der Hungerskatastrophe vertrauen die Leute der Politik bzw. Jan von der Spree, weil er ihnen Essen und eine bessere Zukunft verspricht und die Grundbed\u00fcrfnisse sichert \u2013 und der Wunsch nach einer Person gro\u00df ist, die endlich die Wende schafft. Aufgrund der gesellschaftlichen Spannungen setzt die Polizei immer mehr Drohnen ein, um Kriminalit\u00e4t und Gewalt rechtzeitig zu unterbinden. Auch das Bargeld wird zu diesem Zweck abgeschafft \u2013 Drogenhandel und Schwarzmarktgesch\u00e4fte geh\u00f6ren der Vergangenheit an.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz der schlechten Situation haben die B\u00fcrger Vertrauen in die Parabel-Partei, der sie die schlechte Lage nicht anlasten, sondern erste Fortschritte anerkennen. Dabei tr\u00e4gt auch eine breit angelegte Werbekampagne im Metaverse bei. Viele glauben weiterhin daran, dass man auf die Herausforderungen der Gegenwart nur eine europ\u00e4ische L\u00f6sung finden kann. Und so symbolisiert dieses deutsch-polnische Politik-Paar diese pro-europ\u00e4ische \u00dcberzeugung, die allerdings ihre Versprechen erst noch einl\u00f6sen muss.<\/p>\n\n\n\n<hr>\n\n\n\n<hr>\n\n\n\n<p><strong>Eine Szene, die sich im Jahre 2045 zugetragen hat\u2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Akt: <strong>Bei der Essensausgabe<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"alignright is-resized\" style=\"border: 1px solid\"><strong>&nbsp;Handelnde Personen:&nbsp;&nbsp;<\/strong>\n<p><\/p><ul>\n<li>Patrick &#8211; Freund&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Peter &#8211; Freund&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Jan von der Spree &#8211; Bundeskanzler&nbsp;<\/li>\n<li>Essensausgeber&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n\n\n\n<p><em>Es ist das Jahr 2022. Auf dem Dachboden ihrer Schule unterhalten sich zwei Freunde fl\u00fcsternd. Es ist ihr geheimer Ort, der zudem voller alter Gegenst\u00e4nde ist. Ein wahrer Geheimplatz. Heute stellen sie sich vor, wie die Zukunft im Jahr 2045 aussehen wird.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Patrick: Stell dir mal vor: Das, was wir jetzt auf die Plakate geschrieben haben, wird wirklich passieren. Digga und stell dir mal vor, das mit dem Klimawandel geht so weiter. Dann w\u00fcrde die Hungersnot so richtig reinkicken.<\/p>\n\n\n\n<p>Peter (<em>nickt<\/em>): Ja stimmt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Dabei kommt Peter an einen kleinen Schalter in der Ecke des Dachbodens der Schule. Schlagartig wird es dunkel. Sie schauen verschreckt um sich und holen ihr Smartphone aus der Hosentasche. Es ist das 12:10. Am 14. November 2045! Das Licht geht wieder an und beide schauen sich ungl\u00e4ubig an.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Sie gehen auf die Stra\u00dfe. Eine Menschentraube steht unweit bei einer Essensausgabe an. Auf einem Plakat ist der Bundeskanzler Jan von der Spree zu sehen. Sie schauen um sich \u2013 und sehen ihn in der Menschenschlange trotz Verkleidung, die er vermutlich tr\u00e4gt, um unerkannt zu bleiben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Essensausgeber (<em>laut und genervt rufend<\/em>): So bitte, der n\u00e4chste bitte! Hallo!<\/p>\n\n\n\n<p><em>Jemand dr\u00e4ngelt sich vor. Es kommt zu Handgreiflichkeiten. Der Streit droht zu eskalieren.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Essensausgeber (<em>w\u00fctend<\/em>): Was soll denn das? Ne, das geht so nicht. Ab! Ab!<\/p>\n\n\n\n<p><em>Der Essensausgeber wendet sich der n\u00e4chsten Person in der Schlange zu.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Bundeskanzler: Guten Tag!<\/p>\n\n\n\n<p>Essensausgeber (<em>v\u00f6llig \u00fcberrascht<\/em>): Herr Bundeskanzler, was machen Sie denn hier? Haben Sie nicht genug Geld, um zuhause zu essen? Was machen Sie hier?<\/p>\n\n\n\n<p>Bundeskanzler (<em>ver\u00e4rgert nuschelnd<\/em>): Lassen Sie das mal meine Sorge sein!<\/p>\n\n\n\n<p>Essensausgeber: Ja okay, entschuldigen Sie bitte. Guten Appetit.<\/p>\n\n\n\n<p>Bundeskanzler: Guten Tag. <\/p>\n\n\n\n<p><em>Er hebt zum Abschied seinen Hut und mischt sich unter die Menge. Er will unerkannter Beobachter bleiben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr>\n\n\n\n<p><strong>2. Akt: Auf der Stra\u00dfe <\/strong> <\/p>\n\n\n\n<div class=\"alignright is-resized\" style=\"border: 1px solid\"><strong>&nbsp;Handelnde Personen:&nbsp;&nbsp;<\/strong><p>\n<\/p><ul>\n<li>Patrick &#8211; Freund&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Peter &#8211; Freund&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Vater&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Mutter&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Kind&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n\n\n\n<p><em>Die beiden Freunde gehen weiter und unterhalten sich ungl\u00e4ubig \u00fcber ihre aufregende Zeitreise.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Patrick: Stell dir vor, Digga, wie auf den Plakaten. Die Pr\u00e4sidenten von Polen und von Deutschland regieren zusammen. Stell dir das mal vor\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Peter: Das w\u00e4re unglaublich! Krass\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><em>Sie bleiben stehen und h\u00f6ren, wie eine Familie miteinander spricht.&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Mann: Du, Schatz?<\/p>\n\n\n\n<p>Frau: Ja?<\/p>\n\n\n\n<p>Mann (<em>hoffnungslos<\/em>): Es ist wirklich schlimm, wir haben kaum was zu essen.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau (<em>unbeeindruckt<\/em>): Ja, aber wir haben doch noch ein bisschen Studentenfutter.<\/p>\n\n\n\n<p>Mann: Aber das reicht doch nicht f\u00fcr uns drei!<\/p>\n\n\n\n<p><em>Das Kind kommt mit VR-Brille ins Wohnzimmer.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Kind: Papa! Mama! Ich habe Durst!<\/p>\n\n\n\n<p>Frau: Na du, du warst mal wieder zu lange im Metaverse!<\/p>\n\n\n\n<p>Kind: Ne! Ich will einen Fernseher jetzt. Und eine Playstation!<\/p>\n\n\n\n<p>Frau: Kriegst du aber nicht!<\/p>\n\n\n\n<p>Kind (<em>kreischt<\/em>): Ich will aber!<\/p>\n\n\n\n<p>Frau (<em>stoisch<\/em>): Nein!<\/p>\n\n\n\n<p>Mann: Du bist immer im Metaverse unterwegs, Kind. Mir ist das zu viel.<\/p>\n\n\n\n<p>Kind (<em>trotzig<\/em>): Ja, aber das ist doch gut!<\/p>\n\n\n\n<p>Mann (<em>entr\u00fcstet<\/em>): Naja, aber wir verbringen keine Zeit miteinander. Das geht doch nicht!<\/p>\n\n\n\n<p>Kind: Naja, mir ist das eigentlich egal.<\/p>\n\n\n\n<p>Mann: Also ich finde, man sollte in der Realit\u00e4t leben. Findest du nicht?<\/p>\n\n\n\n<p>Frau: Naja, die Drohnen von Elon Musk \u00fcberwachen uns. Im Metaverse ist man wenigstens frei und unbeobachtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Mann (<em>nickt und schaut nerv\u00f6s um sich<\/em>): Na, hoffen wir es!<\/p>\n\n\n\n<p><em>Patrick und Peter blicken sich besorgt an und schauen um sich, ob Drohnen zu sehen sind. Aber ins Metaverse w\u00fcrden sie schon gerne einmal gehen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr>\n\n\n\n<p><strong>3. Akt:<strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong> <\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong>Auf der Pressekonferenz<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"alignright is-resized\" style=\"border: 1px solid\"><strong>&nbsp;Handelnde Personen:<\/strong><p>\n<\/p><ul>\n<li>Patrick &#8211; Freund&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Peter &#8211; Freund&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Pressesprecher&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Jan von der Spree &#8211; Bundeskanzler&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Journalist 1&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Journalist 2&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Journalist 3&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n\n\n\n<p><em>Die beiden kommen an einer riesigen Leinwand vorbei, auf der gerade die Nachrichten laufen. Es wird eine Pressekonferenz des Bundeskanzlers gezeigt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Pressesprecher (<em>in die Kamera blickend<\/em>): Der Bundeskanzler ist da. Wir k\u00f6nnen mit den Fragen beginnen. Sie da, Ihre Frage bitte!<\/p>\n\n\n\n<p>Journalist 1: Hallo! Was haben Sie vor, gegen die Hungersnot zu unternehmen?<\/p>\n\n\n\n<p>Bundeskanzler (<em>zuversichtlich<\/em>): Ich finde, unser jetziger Stand ist ganz gut. Wir haben Essensrationen und das funktioniert gut. Wir m\u00fcssen daf\u00fcr sorgen, dass das so bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Journalist 2: Was ist Ihre Meinung zu der hohen Kriminalit\u00e4t?<\/p>\n\n\n\n<p>Bundeskanzler (<em>ernst<\/em>): Die Kriminalit\u00e4t ist ein gro\u00dfes Problem. Ich w\u00fcrde gerne von einem Ereignis erz\u00e4hlen, was ich beobachtet habe. Vor einer Woche musste ich mitansehen, wie eine Person auf der Stra\u00dfe verpr\u00fcgelt wurde. Ich verspreche Ihnen, dass wir gegen die Kriminalit\u00e4t vorgehen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Journalist 3: Herr Kanzler, wie wollen Sie denn dagegen vorgehen?<\/p>\n\n\n\n<p>Bundeskanzler: Mit Drohnen! Sie werden das Geschehen filmen und so k\u00f6nnen die T\u00e4ter gefunden werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Journalist 3 (<em>nachhakend<\/em>): Herr Kanzler, was sagt Ihre Frau dazu? Und ihre Kinder?<\/p>\n\n\n\n<p>Pressesprecher (<em>dazwischen gehend<\/em>): Keine privaten Fragen!<\/p>\n\n\n\n<p>Journalist 3 (<em>lauter<\/em>): Und was sagen Ihre Eltern?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Der Pressesprecher winkt dem Bundeskanzler zu. Er entfernt sich. Patrick und Peter sind sich einig, dass sie doch lieber zur\u00fcck in das Jahr 2022 reisen wollen. Sie gehen zum Dachboden ihrer alten Schule und dr\u00fccken den Schalter. Kurz wird es dunkel und auf ihren Smartphones steht nun 12:10 Uhr, 14. November 2022.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr>\n\n\n\n<p>Redaktion: eh, tm.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Zeitreise-Bericht der Klasse 11a der Evangelischen Schule Neuk\u00f6lln vom 14. bis 15. November 2022 Deutschland im Jahre 2045 Im Angesicht einer verheerenden Hungersnot w\u00e4hlen die meisten Menschen die Parabel-Partei mit ihrem \u201eJan von der Spree\u201c als ihren selbsterkorenen Retter. Seine Frau ist gleichzeitig Premierministerin in Polen. 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