{"id":2587,"date":"2022-11-13T17:35:00","date_gmt":"2022-11-13T17:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/zukunft-der-demokratie.berlin\/?p=2587"},"modified":"2022-11-14T19:09:21","modified_gmt":"2022-11-14T19:09:21","slug":"strassen-voller-muell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zukunft-der-demokratie.berlin\/zeitreisen\/strassen-voller-muell\/","title":{"rendered":"Stra\u00dfen voller M\u00fcll"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Ein Zeitreise-Bericht der Klasse 8a des R\u00fcckert-Gymnasiums am 17.-18.10.2022<\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure><a class=\"alignright is-resized fancybox\" href=\"http:\/\/zukunft-der-demokratie.berlin\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Rueckert_UL_Gross.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/zukunft-der-demokratie.berlin\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Rueckert_UL_Gross.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-139\" width=\"228\" height=\"161\"><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Deutschland im Jahre 2045<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p>Die Stra\u00dfen bieten einen schrecklichen Anblick: M\u00fcll und Verschmutzung sind ein gro\u00dfes Problem und die B\u00fcrgersteige versinken in stinkendem Abfall. Keiner scheint sich darum zu k\u00fcmmern, trotz anhaltender Verschmutzung und physischer und psychischer Gesundheitsgef\u00e4hrdung.<\/p>\n\n\n\n<p>Generell k\u00fcmmert sich hier niemand mehr um irgendjemanden \u2013 au\u00dfer um sich selbst. Man sieht Menschen streiten, schreien und spucken auf offener Stra\u00dfe. Einige demonstrieren gegen die hygienischen Missst\u00e4nde durch den M\u00fcll, aber das generelle Vertrauen in die Politik ist sehr gering. Die Hoffnungen auf Ver\u00e4nderung infolge von Wahlen und die M\u00f6glichkeit einer positiven Ver\u00e4nderung sind klein.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Nachrichten kommen erneut Berichte \u00fcber neu entstandene Krankheiten. Doch auch das Vertrauen in die Gesundheitsforschung ist nicht mehr bei allen vorhanden. Gro\u00dfe Erwartungen herrschen hingegen bez\u00fcglich der neuen K\u00fcnstlichen Intelligenzen vor, die die fehlende Solidarit\u00e4t und Hilfe untereinander ausgleichen sollen. Ob sie das schaffen k\u00f6nnen?<\/p>\n\n\n\n<hr><hr>\n\n\n\n<p><strong>Eine Szene, die sich im Jahre 2045 zugetragen hat\u2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Akt: <strong>Die Kaugummizeitreise<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"alignright is-resized\" style=\"border: 1px solid\"><strong>&nbsp;Handelnde Personen:&nbsp;&nbsp;<\/strong>\n<p><\/p><ul>\n<li>Kevin &#8211; Roboter&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Merolin &#8211; Zeitreisender&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>streitende Personen&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n\n\n\n<p><em>Merolin, eine Frau mittleren Alters, betritt einen Raum und sieht Kaugummis auf dem Tisch. Sie nimmt sich einen und beginnt zu kauen. Sie schwankt und klammert sich am Tisch fest, ihr wird schwindlig. Sie f\u00e4llt zu Boden und wacht kurze Zeit sp\u00e4ter auf.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Merolin (<em>\u00f6ffnet schl\u00e4frig die Augen und richtet sich auf<\/em>): Wo bin ich?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Sie sieht neben sich zwei Menschen streiten, die sich schubsen und beschimpfen. Ebenfalls anwesend ist ein Roboter, der die beiden Streith\u00e4hne beobachtet. Pl\u00f6tzlich wendet er sich Merolin zu und spricht sie an.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Roboter (<em>sachlich<\/em>): Wir sind im Jahr 2045. Das ist heute normal, dass sich die Menschen dauernd zoffen. Argumente z\u00e4hlen nicht. F\u00fcr uns Roboter ist das auch nicht verst\u00e4ndlich, f\u00fcr uns z\u00e4hlt nur die Logik und nicht, wer lauter schreit.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Cut. Und wir sehen einen vollen Marktplatz mit B\u00fchne.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr>\n\n\n\n<p><strong>2. Akt: <strong>Auf dem Marktplatz<\/strong><\/strong> <\/p>\n\n\n\n<div class=\"alignright is-resized\" style=\"border: 1px solid\"><strong>&nbsp;Handelnde Personen:&nbsp;&nbsp;<\/strong><p>\n<\/p><ul>\n<li>Dr. Meier &#8211; Politiker&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Demonstrant 01&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>Demonstrantin 02&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n\n\n\n<p><em>Auf der B\u00fchne steht Herr Dr. Meier in Hemd und Krawatte. Vor der B\u00fchne t\u00fcrmen sich M\u00fcllberge. Herr Dr. Meier versucht sich bei den B\u00fcrgern auf dem Marktplatz Geh\u00f6r zu verschaffen, doch ohne Erfolg.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Herr Dr. Meier (<em>redet laut ins Mikro<\/em>): Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich freue mich\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Demonstrant 01 (<em>ruft<\/em>): Buhh, wir freuen uns nicht! Weg mit dem M\u00fcll!<\/p>\n\n\n\n<p><em>Es ert\u00f6nt zustimmendes Geheul und Gepfeife aus der Menge.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Herr Dr. Meier (<em>zustimmend<\/em>): Dann m\u00fcssen Sie uns Gr\u00fcne w\u00e4hlen, wir l\u00f6sen das Problem f\u00fcr Sie. Auch wir sind gegen den M\u00fcll, der \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Demonstrantin 02 <em>(br\u00fcllt dazwischen<\/em>): Das ist eine L\u00fcge! Wir haben Euch doch gew\u00e4hlt und es sieht weiterhin so aus. Was soll denn das? Das sind doch alles nur L\u00fcgen!<\/p>\n\n\n\n<p>Herr Dr. Meier (<em>beschwichtigend<\/em>): Naja, Sie m\u00fcssen verstehen: die Inflation, die Konflikte in der Welt. Es gibt mehr als nur eine Herausforderung f\u00fcr uns. Da fehlen uns manchmal die Mittel.<\/p>\n\n\n\n<p>Demonstrant 01 (<em>lacht laut auf<\/em>): Das m\u00fcssen Sie uns nicht sagen. Wir haben alle kaum Geld. Es ist die Politik, die Schuld daran tr\u00e4gt. Senkt die Steuern und macht eine ordentliche Wirtschafts- und Friedenspolitik! Nehmen Sie uns endlich ernst!<\/p>\n\n\n\n<p>Herr Dr. Meier <em>(l\u00e4chelt gewinnend<\/em>): Da haben Sie Recht! W\u00e4hlen Sie uns und wir setzen Ihre Forderungen um! Daf\u00fcr stehe ich mit meinem guten Namen, Herr Dr. Meier! F\u00fcr Sie, das Volk!<\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Menge geht grummelnd auseinander. Niemand scheint besonders begeistert zu sein.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr>\n\n\n\n<p><strong>3. Akt:<strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong> <\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong>Auf der Stra\u00dfe<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"alignright is-resized\" style=\"border: 1px solid\"><strong>&nbsp;Handelnde Personen:&nbsp;<\/strong><p>\n<\/p><ul>\n<li>Kevin &#8211; Roboter&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<li>\u00e4ltere Dame&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n\n\n\n<p><em>Im Hintergrund sehen wir eine \u00e4ltere Dame, die sich auf einen Roboter st\u00fctzt. Der Roboter, Kevin, redet ihr gut zu und f\u00fchrt sie behutsam und im Slalom durch den M\u00fcll, der auf dem Boden verteilt liegt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4ltere Dame (<em>sch\u00fcttelt den Kopf<\/em>): \u00dcberall nur M\u00fcll, Kevin. \u00dcberall nur M\u00fcll. Diese Jugend, die alles rumliegen l\u00e4sst. Wenigstens habe ich Dich, Kevin. (<em>sie dr\u00fcckt seinen Arm.<\/em>) Du bist mir wirklich eine wahre Hilfe.<\/p>\n\n\n\n<p>Kevin (<em>t\u00e4tschelt mechanisch ihre knochige Hand<\/em>): Das freut mich. Darauf hat mich mein Programmierer spezialisiert. Wir Assistenz-Roboter stehen doch immer bereit.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4ltere Dame (<em>l\u00e4chelt in sich hinein<\/em>): Ohne Kinder und mittlerweile ohne Freunde \u2013 die ja alle schon verstorben sind \u2013 w\u00e4re ich sonst wirklich sehr alleine. Ein Gl\u00fcck, dass Du auch so gut Bridge spielen kannst. Fast so gut wie die Inge damals. Nur, dass du mir viel besser zuh\u00f6rst, wenn ich von fr\u00fcher erz\u00e4hle (<em>kichert<\/em>).<\/p>\n\n\n\n<p>Kevin (<em>l\u00e4chelt mechanisch<\/em>): Das freut mich. Was hast du denn noch auf dem Herzen?<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4ltere Dame (<em>wird ernst<\/em>): Ach, Kevin. Wei\u00dft du, ich mache mir auch etwas Vorw\u00fcrfe manchmal. H\u00e4tten wir damals, als der Klimawandel und die Umweltverschmutzung noch nicht unumkehrbar waren, nicht doch mehr machen m\u00fcssen? Ich meine, h\u00e4tten wir das Thema ernster nehmen m\u00fcssen? H\u00e4tte <strong>ich<\/strong> (<em>sie tippt sich mit dem Zeigefinger auf die Brust<\/em>) etwas unternehmen sollen? H\u00e4tten wir so noch das Schlimmste verhindern k\u00f6nnen? Manchmal f\u00fchle ich mich ganz schlecht deswegen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Kevin: Erz\u00e4hl doch gerne mal von damals. Wie war das denn?<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4ltere Dame <em>(seufzt laut<\/em>): Aaaach. Also, das war so: Es war 2022 und man konnte noch mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegen. Das war so&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Die beiden bahnen sich weiter ihren Weg durch die vollen Stra\u00dfen und die Dame erz\u00e4hlt von damals \u2013&nbsp;von 2022, als die Stra\u00dfen noch nicht im M\u00fcll versunken waren. Und die Geschichte noch einen anderen Weg h\u00e4tte einschlagen k\u00f6nnen&#8230;<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Zeitreise-Bericht der Klasse 8a des R\u00fcckert-Gymnasiums am 17.-18.10.2022 Deutschland im Jahre 2045: Die Stra\u00dfen bieten einen schrecklichen Anblick: M\u00fcll und Verschmutzung sind ein gro\u00dfes Problem und die B\u00fcrgersteige versinken in stinkendem Abfall. Keiner scheint sich darum zu k\u00fcmmern, trotz anhaltender Verschmutzung und physischer und psychischer Gesundheitsgef\u00e4hrdung. 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