{"id":952,"date":"2019-09-21T20:17:20","date_gmt":"2019-09-21T20:17:20","guid":{"rendered":"http:\/\/zeitzeugen-der-zukunft.de\/?p=952"},"modified":"2021-11-05T13:42:06","modified_gmt":"2021-11-05T13:42:06","slug":"die-zukunft-ist-rot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zeitzeugen-der-zukunft.de\/2019\/09\/21\/die-zukunft-ist-rot\/","title":{"rendered":"Die Zukunft ist rot"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> <em>Zeitreise-Bericht einer 11. und 12. Klasse des K\u00e4the-Kollwitz-Gymnasiums in Zwickau vom 16. bis 17. September 2019<\/em>  <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure><a class=\"alignright is-resized fancybox\" href=\"http:\/\/zeitzeugen-der-zukunft.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Zwickau-Bild-links-unten.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/zeitzeugen-der-zukunft.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Zwickau-Bild-links-unten.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-139\" width=\"228\" height=\"161\"><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wir schreiben das Jahr 2040<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir befinden uns in einer gesellschaftlichen Phase des Umbruchs, wenn nicht gar der Revolte. Rechte Parteien haben es seit den 2020er Jahren in die Regierungen zahlreicher EU-L\u00e4nder geschafft und von diesem Zeitpunkt an konsequent auf eine Politik der starken Nationalstaaten gesetzt. Dies hatte zur Folge, dass Europa im globalen Wettbewerb auf der Strecke blieb. Eine Rezession auf gesamteurop\u00e4ischer Ebene wurde durch fehlende Investitionen und abgewanderte Gro\u00dfkonzerne nach China oder USA verst\u00e4rkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Entwicklung hatte massive Konsequenzen f\u00fcr die B\u00fcrger der EU, insbesondere auch Deutschlands, die ehemals stark von einer starken EU profitierten. Der Lebensstandard sank seitdem kontinuierlich. Zus\u00e4tzliche Unzufriedenheit resultierte aus der beschleunigten Digitalisierung, infolge derer viele T\u00e4tigkeiten vor allem auch im Dienstleistungsbereich, wie z.B. Pflege und Gesundheitswesen, durch Roboter \u00fcbernommen wurden. Dem fl\u00e4chendeckenden Verlust von Arbeitspl\u00e4tzen konnten die Vertreter der Politik wiederum nichts entgegensetzen. Weder durch die Einf\u00fchrung eines innovativen Sozialsystems, noch durch gezielte F\u00f6rderung von Umschulungen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die regierenden Parteien haben ihr Vertrauen verspielt, weil sie sich aus der Verantwortung nehmen und sich mit abstrusen Verschw\u00f6rungstheorien g\u00e4nzlich unglaubw\u00fcrdig machen. Ein \u00dcbriges tun die zahllosen Korruptionsskandale, in die f\u00fchrende Politiker verwickelt sind. Es kommt zu europaweiten Demonstrationen, Streiks und Versammlungen, die in gewaltsame Auseinandersetzungen zu eskalieren drohen. Extreme linke Parteien (z.B. \u201eLenin Returns\u201c) gewinnen an Zulauf, ebenso radikalisieren sich die rechtspopulistischen Str\u00f6mungen. Europa und Deutschland sind gespaltener denn je, die Zukunft ab dem Jahre 2040 verhei\u00dft nichts Gutes. <\/p>\n\n\n\n<hr><hr>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Eine Szene, die sich im Jahre 2040 zugetragen hat&#8230;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Akt: In der Firma \u201eROB\u201c am Band<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"alignright is-resized\" style=\"border: 1px solid\"><strong>&nbsp;Handelnde Personen:<\/strong><p><cite><ul><li>Jason \u2013 der Meister&nbsp;&nbsp;<br><li>Michel \u2013 der Junggeselle&nbsp;&nbsp;<br><li>Roboter&nbsp;&nbsp;<br><li>Haruto \u2013 Corporate Executive <br>des japanischen Konzerns \u201eROB\u201c&nbsp;&nbsp;<\/li><\/ul><\/cite><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>In einer Autofabrik verrichten Roboter die Arbeit, aber die Kontrolle liegt immer noch bei einigen wenigen Menschen. Doch die sind von ihrer neuen Aufgabe nicht wirklich \u00fcberzeugt. Meister Jason kommt herein.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meister Jason (<em>st\u00f6hnt<\/em>):\nMensch, Junge, die Arbeitswelt ist auch nicht mehr das, was sie mal war!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Michel (<em>arbeitet<\/em>):\nJa.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meister Jason: Seit Jahren bilde ich Dich aus, hab Dich\n\u00fcbernommen und jetzt machen wir hier nur noch diese Drecksarbeit! So ein\nSchei\u00df!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Michel: Ja, echt Schei\u00dfe!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meister Jason (<em>fuchtelt\nw\u00fctend in der Luft<\/em>): Ich wette, in der Politik sind schon ganz viele dieser\nhumanoiden Roboter am Werk. Die Japaner steuern das alles!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Michel: Deswegen verdienen wir auch nichts!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meister Jason: Das wir hier jetzt schon fast als Sklaven\nbehandelt werden, kann ja wohl echt nicht wahr sein. Vor 20 Jahren noch f\u00fchrend\nin der Autoindustrie und dann das mit dem Toyota und den fliegenden Autos!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Michel (<em>erstaunt<\/em>):\nAch, da war Deutschland also noch eine richtige Weltmacht im Autohandel?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meister Jason: Na sicher! Die deutschen Autos hatten mal\neinen tadellosen Ruf. Aber Michel, das ist ja nicht alles. Das Klima geht auch\nden Bach runter! Nichts w\u00e4chst mehr im Garten. Selbst die Zugv\u00f6gel bleiben\nschon da.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Michel (<em>nickt<\/em>): Recht haste\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meister Jason: Und seit Toyota diese fliegenden Autos\nerfunden hat, gucken wir hier eh in die R\u00f6hre!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Michel: Stimmt, wir sind schon echt r\u00fcckst\u00e4ndig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meister Jason: Das kannste aber laut sagen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Roboter: Fehler! Fehler! Fehler! <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Haruto (<em>mit gebrochenem Deutsch, sichtlich besorgt<\/em>): Wieso nicht arbeiten? Bitte weiterarbeiten! <\/p>\n\n\n\n<hr>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Akt: Im Bundeskanzleramt in Berlin <\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"alignright is-resized\" style=\"border: 1px solid\"><strong>&nbsp;Handelnde Personen:<\/strong><p><cite><ul><li>Edgar Merkel \u2013 Bundeskanzler&nbsp;&nbsp;<br><li>Sarah Trittin \u2013 Bundesumweltministerin&nbsp;&nbsp;<br><li>Michel Scholz \u2013 Finanzminister&nbsp;&nbsp;<br><li>Julia Ackermann \u2013 Wirtschaftsministerin&nbsp;&nbsp;<br><li>Niklas Meier \u2013 Bundesinnenminister&nbsp;&nbsp;<\/li><\/ul><\/cite><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Der Bundeskanzler hat die wichtigsten Minister zu sich ins Bundeskanzleramt gebeten. Die Stimmung ist getr\u00fcbt, die Koalition kurz vor dem Zerbrechen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Edgar Merkel: Meine Damen und\nHerren, mehr oder weniger herzlich willkommen zur zweiten Krisensitzung 2040\nhier im Bundeskanzleramt. Auf der Agenda stehen heute einige Punkte, die wir\nabarbeiten m\u00fcssen. Wir ben\u00f6tigen dringend Konzepte und L\u00f6sungen! Stellen Sie\nmir am besten Ihre Konzepte mal vor!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sarah Trittin: F\u00fcr uns ist die Einhaltung der Umweltziele ganz wichtig! Liebe Kollegen, wir befinden uns in einer unaufhaltbaren Krise. Seit 10 Jahren wachsen unsere Co2-Emissionen stetig. Wir haben den Braunkohleausstieg immer noch nicht geschafft und unsere Energieversorgung ist weiterhin total abh\u00e4ngig von konventionellen Energien! Die Auswirkungen werden auch bald f\u00fcr uns sp\u00fcrbar sein! Wir m\u00fcssen dringend den Ausbau vorantreiben!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Michel Scholz (<em>sch\u00fcttelt den Kopf<\/em>): Und mit welchen Mitteln? Unser Staatshaushalt ist mittlerweile auf das Existenzminium gesunken. Der B\u00f6rsencrash ist zudem eine schwere Belastung. Sehen Sie das nicht? F\u00fcr Umweltschutz stehen bereits 20 Prozent des Haushalts zur Verf\u00fcgung. Das ist zu viel. Und was ist mit dem Schuldenberg? Oh Gott, oh Gott&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Edgar Merkel: Beruhigen Sie sich\ndoch erstmal. Wir m\u00fcssen einen k\u00fchlen Kopf bewahren. Wir sollten zwar schnell L\u00f6sungen\nfinden, aber dennoch behutsam vorgehen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Julia Ackermann: Apropos \u201ebehutsam\u201c.\nDie Reform zur Einf\u00fchrung der Reichensteuer hat genau das Gegenteil dessen\nbewirkt, was wir uns eigentlich erhofft hatten. Die Reichen wandern aus und\nunsere Einnahmen sinken stetig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Niklas Meier: Auch der Gesellschaft droht eine Katastrophe \u2013 die Arbeiter formieren sich und auch die Wohlhabenden kritisieren uns seit der Reform. Wenn wir nicht bald \u00fcberzeugende L\u00f6sungen finden, droht uns sogar noch ein Generalstreik! <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Edgar Merkel: So schlimm? Um Gottes Willen! <\/p>\n\n\n\n<hr>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Akt: Auf einer Protestkundgebung <\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"alignright is-resized\" style=\"border: 1px solid\"><strong>&nbsp;Handelnde Personen:<\/strong><p><cite><ul><li>Jason Wagenknecht \u2013 selbsternannter Revolution\u00e4r&nbsp;&nbsp;<br><li>Edgar Meier \u2013 Demonstrant&nbsp;&nbsp;<br><li>Michel Schulz \u2013 Demonstrant&nbsp;&nbsp;<\/li><\/ul><\/cite><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Auf dem Alexanderplatz in Berlin steht auf einem umgedrehten K\u00fcbel ein\nMann mit einer roten Fahne. Hunderte von Menschen umringen ihn, h\u00f6ren ihm\naufmerksam zu und applaudieren begeistert.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jason Engels (<em>mit lauter Stimme und in die H\u00f6he gereckter Faust<\/em>): <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unsere Wirtschaft ist tot,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">da durch mangelnde Investitionen\nder Untergang Europas droht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An Klima, Technologie und\nRessourcenmangel liegt unsere Not.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Drum brauchen wir ein einig Europa\nund ein Ausbeutungsverbot.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der gelbe Mann ist ein humanoider\nIdiot.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich sehe nur eine Farbe und die\nist rot!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Drum folgt mit Freude,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">sch\u00f6pft Kraft aus der Masse heute<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">und st\u00fcrzt dieses System,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">denn der Sozialismus wird noch\n\u00fcber 1000 Jahre bestehen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Edgar Meier: Du Michel, das klingt\nja fast wie vor 120 Jahren der Liebknecht. Wenn ich ganz ehrlich bin: F\u00fcr die\nwirtschaftliche und gesellschaftliche Krise mach ich schon unsere Politik\nverantwortlich, aber den Sozialismus direkt? Nee!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Michel: Der Wagenknecht dreht schon ein bisschen frei. Denn eines muss man der aktuellen Politik schon lassen: Wir haben zumindest alle ein halbwegs \u00e4hnliches Wohlstandsniveau. Auch wenn unsere Zukunft leider ziemlich unsicher ist\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Die beiden verlassen die Kundgebung. <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zeitreise-Bericht einer 11. und 12. Klasse des K\u00e4the-Kollwitz-Gymnasiums in Zwickau vom 16. bis 17. September 2019 Wir schreiben das Jahr 2040 Wir befinden uns in einer gesellschaftlichen Phase des Umbruchs, wenn nicht gar der Revolte. 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