{"id":1077,"date":"2019-12-12T13:25:48","date_gmt":"2019-12-12T13:25:48","guid":{"rendered":"http:\/\/zeitzeugen-der-zukunft.de\/?p=1077"},"modified":"2021-11-05T11:35:22","modified_gmt":"2021-11-05T11:35:22","slug":"allparteienregierung-statt-wettbewerbsdemokratie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zeitzeugen-der-zukunft.de\/2019\/12\/12\/allparteienregierung-statt-wettbewerbsdemokratie\/","title":{"rendered":"Allparteien-Regierung statt Wettbewerbsdemokratie"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00a0<em>Zeitreise-Bericht einer 10. Klasse des BIP Kreativit\u00e4tsgymnasiums Leipzig vom 10. bis 11. Dezember 2019<\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure><a class=\"alignright is-resized fancybox\" href=\"http:\/\/zeitzeugen-der-zukunft.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/BIP_2019_1_rechtsunten_gross.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/zeitzeugen-der-zukunft.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/BIP_2019_1_rechtsunten_gross.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-139\" width=\"228\" height=\"161\"><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wir schreiben das Jahr 2040<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich verlasse meine Zeitmaschine voller Neugierde. In meiner alten Schule sehe ich, dass mittlerweile alle Tafeln durch Whiteboards ersetzt wurden und in jedem Tisch ein Laptop integriert ist. Auf der Stra\u00dfe angekommen, h\u00f6re ich kaum Verkehrsl\u00e4rm, da die Autos dank Wasserstoffantrieb leise fahren. Statt S- und U-Bahnen gibt es \u00fcberall Magnetschwebebahnen, die mit extrem hoher Geschwindigkeit die Menschen an ihr Ziel bringen. Autos werden offenbar nur f\u00fcr kurze Strecken verwendet, da der \u00f6ffentliche Nahverkehr schneller, billiger und sicherer ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Magnetschwebebahn spreche ich einige\nMenschen an, die \u00fcbrigens auf mich einen freundlichen und geduldigen Eindruck\nmachen. Sie erz\u00e4hlen, dass sich das politische System in den vergangenen Jahren\nkomplett ge\u00e4ndert hat. Nachdem sich das politische Klima in den 2020er Jahren\ndeutlich verschlechtert hatte, sehnten sich die Menschen nach mehr politischer\nHarmonie. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine B\u00fcrgerinitiative schlug ein neues\npolitisches System vor, das in Volksbefragungen in allen Bundesl\u00e4ndern\n\u00fcberraschend mit einer gro\u00dfen Mehrheit bef\u00fcrwortet wurde. Diesem politischen\nDruck konnten sich auch nicht die bestehenden Parteien entziehen und nahmen es\nim Rahmen einer Grundgesetzreform an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Danach sollen k\u00fcnftig die Wahlen in zwei Runden\nstattfinden \u2013 und zwar mit gesetzlich vorgeschriebener Wahlpflicht ab 16 Jahren\nmit nicht unerheblichen Strafen f\u00fcr Verweigerer. In der ersten Runde w\u00e4hlt\njeder B\u00fcrger wie gewohnt eine Partei. Nachdem feststeht, welche Partei es in\nden Bundestag geschafft hat, w\u00e4hlen sodann alle Menschen das F\u00fchrungspersonal\nf\u00fcr jede einzelne Partei, selbst wenn sie diese urspr\u00fcnglich gar nicht gew\u00e4hlt\nhaben. Bei aktuell zw\u00f6lf Parteien im Bundestag darf also jeder B\u00fcrger mit zw\u00f6lf\nStimmen die parteiinternen Wahllisten mitbestimmen. Dadurch sind auch die\nParteien f\u00fcr die Mehrheit der Menschen akzeptabel, die sie lieber nicht im\nParlament vertreten gesehen h\u00e4tten. Eine urspr\u00fcnglich nicht gew\u00fcnschte Politik\nwird zumindest von Politikern verfolgt, die die B\u00fcrger mehrheitlich zumindest\nhinnehmen k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und das Wichtigste ist: Die neuen Parteivorsitzenden\nhaben die Unterst\u00fctzung der Mehrheit der Menschen \u2013 denn es gibt ja so gut wie\nkeine Nichtw\u00e4hler \u2013 und m\u00fcssen sich gemeinsam auf eine Politik verst\u00e4ndigen,\nstatt immer nur die anderen zu kritisieren. So kommt es zu einer Allparteienregierung,\ndie auf Kompromisse setzt und nicht auf Ausgrenzung. Populisten k\u00f6nnen sich\nnicht mehr aufschwingen als \u201eStimme des Volkes\u201c, wenn \u201edas Volk\u201c sie nicht\ngew\u00e4hlt hat. Man kann auch die Schuld nicht auf andere Parteien schieben, denn\nman sitzt ja mit am Tisch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die neue Regierung verabschiedet nach wochenlangen Verhandlungen schlie\u00dflich ein Gesetz, wonach die Sozialhilfe \u2013 Hartz IV \u2013 zwar radikal gek\u00fcrzt, aber daf\u00fcr der Mindestlohn auf 14 Euro pro Stunde erh\u00f6ht wird. Wer nach neun Monaten keine neue Arbeit gefunden hat, dem wird in kurzer Zeit die staatliche Unterst\u00fctzung gek\u00fcrzt und schlie\u00dflich gestrichen. Andererseits lohnt sich Arbeit wieder. Durch kostenlose Bildung, umfangreiche Stipendienprogramme und eine aktive Jobberatung ebnet der Staat den Berufsanf\u00e4ngern und Arbeitssuchenden ihren Karriereweg. Nur wer wirklich nicht arbeiten kann, den versorgt der Staat. Das eingesparte Geld aus der Sozialpolitik flie\u00dft nicht nur in staatliche Arbeitsfindungsprogramme, sondern erlaubt auch massive Steuersenkungen um 30 Prozent. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem ich schwer beeindruckt aus der Magnetschwebebahn aussteige, bemerke ich auch den guten Geruch auf dem Bahnhof, es ist alles sauber und hygienisch. Im Supermarkt angekommen sehe ich, dass die Preise trotz Mindestlohn und Steuersenkung kaum h\u00f6her sind als fr\u00fcher. Der Filialleiter erkl\u00e4rt mir mit stolzem Blick auf die Roboterverk\u00e4ufer, dass viele manuelle T\u00e4tigkeiten \u2013 ob im Laden, in der Fabrik oder im Handwerk \u2013 \u201eselbstverst\u00e4ndlich\u201c von Robotern \u00fcbernommen werden. Er erkl\u00e4rt mir, dass durch die Roboter die Produktivit\u00e4t der Gesellschaft steige und durch die niedrige Inflation die Menschen so mehr Geld in der Tasche h\u00e4tten. Die fr\u00fcheren \u201eFlie\u00dfbandarbeiter\u201c sind nun Lehrer, Pflegekr\u00e4fte oder Robotertechniker. Arbeitslosigkeit spielt in der politischen Debatte kaum noch eine Rolle \u2013 und Populismus ist nun auch kein Thema mehr. <\/p>\n\n\n\n<hr><hr>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> <strong>Eine Szene, die sich im Jahre 2040 zugetragen hat&#8230;<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Akt: In den Nachrichten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"alignright is-resized\" style=\"border: 1px solid\"><strong>&nbsp;Handelnde Personen:<\/strong><p><cite><ul><li>Nachrichtensprecherin&nbsp;&nbsp;<br><li>Korrespondent&nbsp;&nbsp;<br><li>Passantin&nbsp;&nbsp;<br><li>Passant&nbsp;&nbsp;<br><li>Wettermoderator&nbsp;&nbsp;<\/li><\/ul><\/cite><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachrichtensprecherin: Hallo und herzlich willkommen zur Tagesschau. Es ist der 17. August 2040 und nun ist es genau 10 Jahre her, dass unser neues demokratisches System eingef\u00fchrt wurde. Die damalige \u201eJeder-gegen-Jeden\u201c-Philosophie erlaubte kaum Einigungen, was Populismus und eine aggressive Grundstimmung in unserer Gesellschaft beg\u00fcnstigte. Nach 10 Jahren des Hin und Her ging es wieder bergauf, denn am 17. August 2030 wurde das neue Grundgesetz nahezu einstimmig beschlossen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alle ins Parlament gew\u00e4hlten zw\u00f6lf Parteien stellen j\u00e4hrlich\ndrei Kandidaten pro Partei auf und jeder B\u00fcrger w\u00e4hlt jeweils einen von drei\nVertretern dieser 12 Parteien aus. Anschlie\u00dfend bilden die zw\u00f6lf Wahlgewinner\neine gemeinsame Regierung, die letztlich zur Kompromissfindung gezwungen ist. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben f\u00fcr Sie einen Interviewbeitrag von damals\nherausgesucht, als sich die W\u00e4hler mit 94 Prozent f\u00fcr dieses System entschieden\nhatten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Es wird ein\nInterviewbeitrag eingespielt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Korrespondent: Hallo in Berlin-Mitte! Heute ist ein\nhistorischer Tag. Ich m\u00f6chte mit ein paar unserer Mitb\u00fcrger \u00fcber die heutige\nAbstimmung sprechen, die vor wenigen Minuten mit einem erstaunlichen Ergebnis zu\nEnde ging. (<em>n\u00e4hert sich zwei Passanten\nauf einer Einkaufsmeile, sie bleiben neugierig stehen und scheinen bereit zu\nsein f\u00fcr ein Interview<\/em>) Und hier haben wir auch zwei W\u00e4hler, die vor kurzem\ndas Wahllokal verlassen haben. (<em>zu den\nbeiden zugewandt<\/em>) Ich w\u00fcrde Sie direkt mal fragen: Wie finden Sie das neue\npolitische System?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Passantin: Auf jeden Fall finde ich gut, dass es so kaum noch Populismus geben wird, weil alle 12 Parteien zusammenarbeiten und sich an einen Tisch setzen, um Kompromisse auszuhandeln. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Korrespondent: Und was hat Sie jetzt genau am alten System\ngest\u00f6rt? Sie haben den Begriff Populismus erw\u00e4hnt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Passantin: Ganz einfach: Niemand kann sich jetzt zur Stimme\ndes Volkes erkl\u00e4ren und den anderen die Schuld geben. Jeder in der Regierung\nist verantwortlich f\u00fcr die gemeinsamen Beschl\u00fcsse. Jetzt m\u00fcssen sie liefern!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Korrespondent: Vielen Dank! (<em>wendet sich dem Begleiter zu<\/em>) Und Sie, der Herr, wie finden Sie das\nneue System? <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Passant: Sehr positiv! Es ist auch sehr sch\u00f6n, dass man\njetzt mehrere Stimmen hat, also verschiedenen Parteien Stimmen geben kann.\nSchlie\u00dflich gibt es ja selten die eine Partei, die immer das durchsetzt, was\nman will.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Korrespondent: Vielen Dank! Und damit zur\u00fcck ins Studio und\nweiter zum Wetter. (<em>schaltet zur\u00fcck ins\nStudio<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wettermoderator: Wir feiern heute nicht nur das zehnj\u00e4hrige Jubil\u00e4um dieser sch\u00f6nen neuen Politikordnung, sondern auch unsere neue Energieressource, n\u00e4mlich die Wasserstoffenergie. Nicht zuletzt auch dadurch haben wir ein hervorragendes Klima, womit ich heute beginnen werde. Wir haben in ganz Deutschland sehr sch\u00f6nes Wetter. \u00dcberall 30 Grad, au\u00dfer im S\u00fcden, da sind es leider nur 28 Grad. Aber ansonsten \u00fcberall sonnig, nur im Osten vereinzelt ein paar wenige Wolken. <\/p>\n\n\n\n<hr>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Akt: Im Sozialamt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"alignright is-resized\" style=\"border: 1px solid\"><strong>&nbsp;Handelnde Personen:&nbsp;&nbsp;<\/strong><p><cite><ul><li>Sozialarbeiter&nbsp;&nbsp;<br><li>Arbeitsloser&nbsp;&nbsp;<\/li><\/ul><\/cite><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Ein Arbeitsloser schaut mit sichtlicher Anspannung auf sein Nummernzettel.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sozialarbeiter (<em>etwas gelangweilt<\/em>): Der n\u00e4chste, bitte!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Der Arbeitslose betritt den Raum.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Arbeitsloser: Sch\u00f6nen guten Tag!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sozialarbeiter: Sch\u00f6nen\nguten Tag! Wissen Sie, warum Sie heute hier sind? <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Arbeitsloser: Nein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sozialarbeiter (<em>schaut pr\u00fcfend<\/em>): Aber Sie wissen ja hoffentlich, wo Sie sind, oder?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Arbeitsloser (<em>nickt<\/em>):\nJa, klar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sozialarbeiter: Also gut, Sie sind hier beim Arbeitsamt. Das Problem ist, dass Sie jetzt schon mittlerweile seit gut acht Monaten arbeitslos sind. (<em>setzt einen strengen Blick auf<\/em>) Wissen Sie denn, was nach dem neunten Monat auf Sie zukommt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Arbeitsloser (<em>etwas\nunsicher<\/em>): Naja, nicht so genau.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sozialarbeiter (<em>verschr\u00e4nkt\ndie Arme<\/em>): Das wissen Sie nicht? Das ist sehr schlecht, weil Sie ab dem neunten\nMonat nur noch 300 Euro Arbeitslosengeld anstatt 450 Euro erhalten. Mit jedem\nweiteren Monat werden 75 Euro abgezogen, bis Sie nach vier Monaten gar nichts\nmehr erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Arbeitsloser (<em>v\u00f6llig\n\u00fcberrascht und mit sich \u00fcberschlagender Stimme<\/em>): Was?! Wie bitte?! Das ist\ndoch voll unfair! <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sozialarbeiter (<em>geduldig<\/em>): Das k\u00f6nnte man zun\u00e4chst denken, aber andererseits erhalten Sie auch sehr viele F\u00f6rderungen. Der Mindestlohn wurde deutlich erh\u00f6ht auf 14 Euro die Stunde. Sie zahlen nur noch zwei Drittel der Steuern von vor 40 Jahren und Sie k\u00f6nnen sich gratis und kostenlos \u00fcberall fortbilden. Also meiner Meinung nach ist das viel fairer als fr\u00fcher. So lohnt es sich auch viel mehr, arbeiten zu gehen. (<em>l\u00e4chelt ihn freundlich an<\/em>) <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Arbeitsloser (<em>nachdenklich<\/em>):\nStimmt schon. Aber was soll ich denn werden? Ich habe keine Schulausbildung.\nIch hatte damals Verk\u00e4ufer gelernt, kann man damit heutzutage noch etwas auf\ndem Arbeitsmarkt anfangen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sozialarbeiter: Verk\u00e4ufer\n\u2013 das ist sehr schlecht. Das braucht man ja heutzutage wegen der vielen Roboter\nnicht mehr. Sie k\u00f6nnen die Schulbildung nachholen. Wie gesagt, das ist alles\ngratis. Aber was k\u00f6nnen Sie sich denn noch vorstellen? Worin sind Sie denn gut?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Arbeitsloser (<em>\u00fcberlegt<\/em>):\n\u00c4h, ich k\u00f6nnte vielleicht auf die Roboter aufpassen, also ein Techniker werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sozialarbeiter (<em>schl\u00e4gt freudig auf den Tisch<\/em>): Ja, da haben Sie aber gut kombiniert! Roboter gibt es viele. Daf\u00fcr ist mein Kollege zust\u00e4ndig. Ich werde ihn informieren und Ihnen dann die Nummer weitergeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Arbeitsloser: Alles klar, dann bedanke ich mich. Und wann\nsoll ich dann anfangen? Ich habe nur noch wenig Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sozialarbeiter: Naja,\nso schnell wie m\u00f6glich. Ich w\u00fcrde sagen, Sie melden sich noch diese Woche bei meinem\nKollegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Arbeitsloser: Okay, alles klar. Vielen Dank!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sozialarbeiter: Ich lasse\nIhnen gleich die Nummer zukommen. Viel Erfolg!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Arbeitsloser: Danke und bis bald!<\/p>\n\n\n\n<hr>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Akt: Zu Hause bei Opa<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"alignright is-resized\" style=\"border: 1px solid\"><strong>&nbsp;Handelnde Personen:&nbsp;&nbsp;<\/strong><p><cite><ul><li>Gro\u00dfvater&nbsp;&nbsp;<br><li>Enkel&nbsp;&nbsp;<br><li>Vater&nbsp;&nbsp;<\/li><\/ul><\/cite><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gro\u00dfvater: Junge! Du musst was aus deinem Leben machen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Enkel: Aber wieso?!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Der Gro\u00dfvater schl\u00e4gt\nw\u00fctend auf den Tisch.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gro\u00dfvater: Ich habe dein letztes Zeugnis gesehen! Selbst das\nvon deinem Vater war damals besser! Und der ist nun wirklich ein Versager!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vater: Na h\u00f6r mal, Papa! Ich habe immerhin Verk\u00e4ufer gelernt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gro\u00dfvater: Das ist doch kein Job! Wozu braucht man heute\nbitte sch\u00f6n noch Verk\u00e4ufer?! Junge, h\u00f6r zu: Man braucht heute keine Verk\u00e4ufer\nmehr, alles geht doch \u00fcbers Internet. Dein Vater ist so dumm!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Enkel (<em>schaut stark\nverunsichert<\/em>): Was soll ich dann machen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gro\u00dfvater: Werde was anderes! Du bist doch bestimmt gut in Sport, oder?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Enkel (<em>wirkt\n\u00fcberrascht<\/em>): \u00c4h, ja&#8230; geht so.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gro\u00dfvater: Dann geh an eine Uni und bewirb dich dort um ein\nSportstipendium. Junge!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Enkel: Ja, und wenn ich jetzt doch nicht so gut in Sport bin&#8230; (<em>weicht den strengen Blicken seines Gro\u00dfvaters aus<\/em>) Die Wissenschaften \u2013 da bin ich jetzt, glaube ich, auch nicht sonderlich gut. Kann man auch in einem anderen Bereich Fu\u00df fassen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gro\u00dfvater (<em>lacht laut\nauf<\/em>): Du kannst fast \u00fcberall Fu\u00df fassen! Du brauchst ein Stipendium und das\ngibt\u2019s, wenn du dich anstrengst. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Enkel:&nbsp; Also&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gro\u00dfvater (<em>schl\u00e4gt auf\nden Tisch<\/em>): Doch du strengst dich nicht an! Du fauler L\u00fcmmel!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Enkel:  Ich gebe mir doch M\u00fche. Also muss ich jetzt in der Schule weiterhin aufpassen oder muss ich mir eher etwas Spezielleres suchen? Zum Beispiel Mechaniker.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gro\u00dfvater: Wenn du wei\u00dft, was du werden willst, dann konzentrierst\ndu dich nat\u00fcrlich mehr auf dein Fachgebiet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Enkel:&nbsp;Aber so genau wei\u00df ich das noch nicht&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gro\u00dfvater (<em>schl\u00e4gt abermals auf den Tisch<\/em>): Das kann doch nicht wahr sein, Junge! Mach doch irgendetwas Vern\u00fcnftiges! Werde blo\u00df nicht so wie dein Vater.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Vater und Sohn schauen sich ratlos an und verlassen den Raum, w\u00e4hrend der Gro\u00dfvater irgendetwas Unverst\u00e4ndliches hinterherruft.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0Zeitreise-Bericht einer 10. Klasse des BIP Kreativit\u00e4tsgymnasiums Leipzig vom 10. bis 11. Dezember 2019 Wir schreiben das Jahr 2040 Ich verlasse meine Zeitmaschine voller Neugierde. 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